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Vom flüssigen Glas zum geprüften Kochfeld


Vom flüssigen Glas zum geprüften Kochfeld

Als der Glasspezialist Schott und die heutige Miele-Tochter imperial vor 40 Jahren das erste schwarze Glaskeramik-Kochfeld vorstellten, hätten sich beide Unternehmen nicht träumen lassen, dass ihr Produkt einmal fester Bestandteil jeder modernen Küchenausstattung werden sollte.

Heute sind Glaskeramik-Kochfelder ein Gebrauchsgegenstand, den man selbstverständlich nutzt, ohne zu ahnen, wie viel Hightech in und unter der (meist) schwarzen Glaskeramik-Kochfläche steckt. Eine kleine Warenkunde.

Fertige Glaskeramik-Kochflächen werden bei Schott in Mainz noch einmal geprüft, bevor sie in das Werk nach Bünde, dem Miele-Kompetenzzentrum für Kochfelder, geschickt werden.

Glaskeramik – warum eigentlich Glaskeramik und nicht Metall oder ein andere Werkstoff? Die Antwort ist einfach: Glaskeramik gehört zu den wenigen Materialien, deren Eigenschaften unter Temperatureinfluss nahezu konstant bleiben. Bis zu 700°C verkraftet Glaskeramik ohne sich erkennbar auszudehnen. Die meisten Metalle würden bei diesem Test wellig, und vor allen Dingen würde sich die Hitze der Heizkörper über die ganze Fläche verteilen. Glaskeramik dagegen überträgt die Strahlungshitze nur im Bereich der Kochzone, wenige Zentimeter daneben bleibt die Fläche weitgehend kühl – ein Effekt, der beim Kochen erwünscht ist.
Inhaltsstoffe der Glaskeramik sind im wesentlichen Siliciumoxid, Aluminiumoxid, Lithiumoxid, Titanoxid, Zirkonoxid und Zinkoxid. Diese sind in natürlichen Rohstoffen weltweit fast unerschöpflich vorhanden. Als einziges Unternehmen setzt Schott auf eine patentierte Technologie, die ohne die Schwermetalle Arsen und Antimon in der Produktion auskommt. Üblicherweise werden diese Schwermetalle zur Reduzierung von Blasen in der Glaskeramik verwendet. In gebundener Form sind sie zwar nicht giftig, doch kommt es der Umwelt zugute, wenn jährlich 180 Tonnen dieser Schwermetalle erst gar nicht verarbeitet werden.

In einer Schmelzwanne entsteht aus dem Rohmaterial bei über 1.500°C zähflüssiges Glas, das zu vier Millimeter starken Platten gewalzt wird, dann abkühlen muss, bevor eine erste Qualitätskontrolle ansteht. Es folgen der Zuschnitt und das Kantenschleifen der noch durchsichtigen Glasflächen. Der nächste Arbeitsgang verleiht der Glasfläche ihr individuelles Aussehen: Sie wird von unten nach den Designvorgaben des jeweiligen Hausgeräteherstellers mit einem Dekor bedruckt. Ein entscheidender Produktionsschritt ist die anschließende Keramisierung. Bei dieser erneuten Erhitzung auf etwa 900°C wachsen im Glas fein verteilte Kristallite, die aus der hitzeempfindlichen Glasfläche eine nahezu unverwüstliche Glaskeramik machen. In diesem Schritt erhält die Glaskeramik auch ihre schwarze Farbe. Die geprüften und für gut befundenen Glaskeramik-Kochflächen sind dann zur Auslieferung an den Kunden bereit.

Eine Glaskeramik-Kochfläche allein macht noch kein Kochfeld aus – dafür braucht es das Kompetenzzentrum für Kochfelder innerhalb der Miele-Gruppe

Im ehemaligen imperial-Werk im ostwestfälischen Bünde, wo 1971 die ersten schwarzen Glaskeramik-Kochfelder entwickelt wurden, ist heute die Forschung und Entwicklung sowie die Produktion für Miele-Kochfelder, -Dampfgarer und -Wärmeschubladen beheimatet. Eine Besonderheit in allen Produktionsbereichen ist die große Fertigungstiefe. Beispiel Elektrovormontage: Hier werden für alle Produkte, die das Werk herstellt, die Kabelbäume produziert. Je nach Komplexität geschieht das in automatisierten Verfahren oder in Handarbeit. Zur Vorproduktion gehört auch die Blechteilfertigung. Der Unterkasten der quasi als Chassis für die spätere Heizkörper- und Elektronikmontage dient, wird hier ebenso hergestellt, wie die verschiedenen Kochfeldrahmen. Herzstück der Fertigung ist die Kochfeldmontage. Die neuen ExtraSpeed-Kochfelder und die Induktionsmodelle werden hier an sechs Bändern montiert, für Gaskochfelder gibt es einen eigenen Bereich in einer Nachbarhalle. Bünde ist spezialisiert auf Kleinserien, denn der weltweite Markt verlangt nicht weniger als 190 Kochfeldtypen, Ländervarianten, verschiedene Größen und Rahmenformen eingerechnet.

Stresstest für ein Glaskeramik-Kochfeld: Selbst wenn eiskaltes Wasser auf die mehrere hundert Grad heiße Kochfläche gelangt, nimmt die Glaskeramik keinen Schaden.
Im Miele-Kompetenzzentrum für Kochfelder in Bünde montiert ein Mitarbeiter Heizkörper und Elektronik in den Unterkasten des Kochfeldes.

Entsprechend hochkonzentriert sind die Mitarbeiter bei der Montage: Heizkörper und Elektronik im Unterkasten befestigen, alle Kabel richtig setzen. Erst zum Schluss kommt wieder die Glaskeramikfläche ins Spiel. Sie ist inzwischen mit dem Rahmen verklebt und wird mit dem Unterkasten verschraubt. Der Mitarbeiter kontrolliert noch die Funktion des Anzeigendisplays, bevor jedes Kochfeld diverse Prüfstationen durchläuft, bei denen die Leistungsaufnahme, die Funktion der Heizkörper und die Software der Elektronik gecheckt werden. Diese Einzelprüfung aller fertigen Produkte ist in der Branche eine Besonderheit, in allen Miele-Werken hingegen ein standardisiertes Verfahren.

 
 

Quelle und Fotos: Schott und Miele

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